DAN MARKX UND BAND IM GELTINGER HINTERHALT |
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Cool vom ersten Auftritt an: Dan Markx und seine Little Big Band zelebrierten den Swing im Hinterhalt Geretsried • Die Ära des Swing ist für Nachgeborene eine goldene Zeit, so golden, wie sie sicher nie war. Rauschende Tanzabende in den Kellertempeln der Prohibition, auf dem Podium eine kochend heiße Big Band oder Jimmie Lunceford mit dem coolen Groove, und am frühen Morgen in den Club, Pres jammt den Blues. . . Die Ära des Swing: Die Fantasie lebt aus alten Schallplatten, Filmstreifen, Romanen. Ein Held, wer diese ewig junge Musik leibhaftig auf die Bühne und zu Gehör bringt. Dan Markx ist einer von diesen — ja, Verrückten. Musikverrückte müssen es wohl sein, die so etwas schaffen. Am Freitag führte er eine Little Big Band in den Geltinger Hinterhalt und zelebrierte den Swing. Wie kommt man heutzutage mit so einem Projekt halbwegs über die Runden? Elf Musiker, eine Sängerin, dazu der singende Leader selbst — das ist kein leichtes Unterfangen, Show ist Markx‘ goldener Weg. Cool ist er vom ersten Auftritt mit Bogey-Hut und Trenchcoat an, bühnenfüllend nicht nur im szenischen Duett mit Eva Gardner, er lässt die Sau raus mit „Just A Gigolo“ oder „Minnie The Moocher“, trifft den Spaß-Nerv des Publikums bei Mitmachspielchen: Schlüsselbundklimpern und Bierglasklingeln für Jingle Bells und Co., denn der Abend firmierte (auch) unter dem Label der Christmas Show. Gott sei Dank wurde das nicht überstrapaziert. Es gab Songhits wie „The Lady Is A Tramp oder „I Get A Kick Out Of You“, diese alten Broadway Schlachtrosse sind allen NeoSwing-Versuchen meilenweit überlegen. Und die Mischung mit Rockigerem wie einer UpTempo-Version von „Fever“ zog. Markx ist ein souveräner und völlig unpeinlicher Sänger, der den Stil der italoamerikanischen Crooner a la Tony Bennett aufgesogen hat und gefährliche Ausflüge ins rauchig-verrufene oder melancholisch-laszive Genre unterlässt So kam das Gute-Laune-Konzept bestens an. Und die Musik passte. Dass Zugeständnisse zu machen waren wie ein monströs verstärkter Akustikbass, dass die Big Band nur die akustische Folie für die Gesangsdarbietungen lieferte, liegt in der Natur eines solchen Projekts. Die Arrangements lieferten üppige und abwechslungsreiche Backgrounds, wenn sie auch allzu unisono an der Songoberfläche klebten, sobald die Band selbst im Vordergrund stand. Und unter den Solos, die effektvoll zu sein hatten, gab es bemerkenswerte, etwa an der Gitarre. Ein swingender Abend, Stil war angesagt, die Band trug Smoking, die unvermeidlichen Kracher wie „New York, New York“ oder „Copacabana“ hatten gleichfalls den passenden Anzug. Die Dramaturgie mit dem Energy Drink, den die Band nach der Pause mit einem Medley von James Bond, Mission Impossible und Peter Gunn servierte, ging auf. Und dann weckten Dan Markx und seine meist ganz jungen Mitstreiter noch Merry-Xmas-Gefühle, träumten von weißen Weihnachten, entführten ins Winter-Wunderland, geleiteten den Nikolaus in die Stadt - nein, natürlich kam Santa Claus direkt aus einer Goldenen Ära into town, denn es ist alles nichts wert, if it ain‘t got that swing! THOMAS MIESBACH
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